Wie macht man sein großes Geschäft im Wald?

WIE MACHT MAN SEIN GROSSES GESCHÄFT IM WALD?

Wir sind an die Intimität und den Komfort unserer modernen Toiletten gewöhnt. Jetzt kommen wir aber auf ein etwas heikles Thema zu sprechen, besonders, was die Begrifflichkeit angeht!
Wir lassen uns davon aber nicht abschrecken, denn es handelt sich um eine natürliche Sache und jeder Wanderer war schon einmal mit dieser Problematik konfrontiert oder wird es eines Tages sein.

WIR VERSUCHEN DAHER, DIESES UNIVERSELLE THEMA GENAUER ZU BELEUCHTEN: WIE ERLEICHTERT MAN SICH AUF ÖKOLOGISCH KORREKTE WEISE?

DIE VISUELLE UNANNEHMLICHKEIT

Sagen wir es ganz unverblümt: Die Ausscheidungen von anderen finden wie eklig! In unserer heutigen Gesellschaft mit unseren glänzenden (oder sogar vernetzten) Toiletten sind sie ein noch größeres Tabu.

Wenn wir also auf unseren Wanderwegen auf Toilettenpapierhäufchen stoßen, auf denen wir eigentlich nach Ruhe und Abgeschiedenheit suchten, ist das eine unangenehme Überraschung!  

Dieses bei uns wenig bekannte Problem ist viel häufiger z. B. in den USA zu finden, wo viele Parks an sehr hohen Besucherzahlen leiden. Das Hauptproblem besteht in der Konzentration von Personen am selben Ort. 

WUSSTEST DU ...?

Menschliche Ausscheidungen brauchen mindestens ein Jahr, um sich zu zersetzen.

Der Zeitraum variiert stark je nach Jahreszeit und Bodenbeschaffenheit, Wetter sowie Tier- und Bakterienpopulation.

DAS SANITÄRPROBLEM

Vor gerade einmal zwanzig Jahren musste man sich vor dem Trinken von Wasser direkt aus der Quelle nur fragen, ob stromaufwärts vielleicht eine Tierherde lebte. Das Risiko bestand damals darin, dass ein verlorenes Schaf in den Bach gefallen und der Kadaver ihn damit kontaminiert hatte ...

Heutzutage entstehen neue Krankheiten oder breiten sich aus. Ein Beispiel dafür sind die Giardien: Infektionen auslösende Parasiten, die fäkal/oral übertragen werden. Eine Kontaminierung wird einfach durch gründliches Händewaschen verhindert. Das Problem in der Natur ist die Kontamination des Wassers: Im Wasser von Seen oder Flüssen können die Parasiten mehrere Monate lang überleben!

Wenn man sich in der Natur erleichtert, können die Bakterien aus unseren improvisierten Toiletten durch den Abfluss von Regenwasser in Wasserläufen landen! (Urin birgt nicht die gleiche Gefahr, da er steril ist – es sei denn, es liegen seltene Blasenkrankheiten vor – und leicht verdampft.) Das Problem besteht auch für Menschen, die in höheren Lagen wohnen und Quellwasser für ihre Siedlungen auffangen. Bei Gewittern sind es die „Kuhfladen“, die durch die starken Regenfälle in die Bäche geschwemmt werden. In diesem Fall ist eine Versorgung mit Mineralwasser erforderlich. 

EINFACHE VERHALTENSWEISEN

Um diese visuellen und sanitären Probleme zu vermeiden, gibt es ein paar Verhaltensweisen, die man befolgen kann. Dabei sollten wir zuallererst berücksichtigen, dass die einfachste Lösung für uns sicherlich die schwierigste für die Natur ist.

Wir empfehlen stets darauf zu achten, sich mit seinen Bedürfnissen mindestens 50 Meter entfernt von Flüssen aufzuhalten.

Am besten ist es, ein „Katzenloch“ zu graben (mit dem Fuß, einem Stein oder einer kleinen ausziehbaren Schaufel). Es nützt nichts, tief zu graben: Die wirksamsten Enzyme für den Abbau von Exkrementen befinden sich in den ersten 25 Zentimetern Tiefe.

HINWEIS ZUM PAPIER: Verbrenne es auf keinen Fall! Früher wurde das zwar empfohlen, heutzutage ist es aber aufgrund von Waldbränden nicht mehr vertretbar. Denke selbstverständlich auch daran, umweltfreundliches Toilettenpapier mitzunehmen (oder Spezialtoilettenpapier, das sich schnell zersetzt).

Es ist wichtig zu wissen, dass die Verrottung schneller vonstattengeht, wenn alles miteinander vermischt wird. Und da es sinnvoll ist, Kindern so früh wie möglich die richtigen Verhaltensweisen anzuerziehen, kann die Suche nach einem geeigneten Stock zu einem Spiel werden.

Wasch dir die Hände nicht in einem Wasserlauf, sondern mit einer haselnussgroßen Menge alkoholhaltigem Desinfektionsmittel.

SONDERFALL: NACHTWANDERUNGEN IN DER NÄHE EINES BASISCAMPS

Falls du mehrere Tage lang am selben Ort bleibst, ist es wichtig zu wissen, dass die Exkremente in Latrinen aufgrund ihrer Vermassung noch schwieriger zu entsorgen sind.

Manche halten sich an die Strategie „alles wieder mitnehmen“ und verwenden dafür spezielle Behälter.
In diesem Fall haben wir drei Ratschläge:

TESTE SIE VORHER MIT WASSER

um sicherzugehen, dass sie auch wirklich dicht sind.

ZIEHE STAHL ODER ALUMINIUM VOR

Das ist einfacher zu reinigen und Sonneneinstrahlung wird besser toleriert (ohne ins Detail gehen zu wollen, aber bei der Verrottung kann Ethan freigesetzt werden, das wiederum zu „Explosionen“ führen kann). Sie sind dafür aber nicht so geruchsdicht.

NIMM ALLES WIEDER MIT 

und wasche deine Behälter auf keinen Fall in Flüssen oder Seen in der Nähe. 

UIUIUI, DAS PIEKST!

Zum Abschluss haben wir noch einen letzten Hinweis.
In einer derartigen Situation hat man meist Angst davor, anderen Wanderern zu begegnen. Achte aber vor allem auch darauf, dass in der Nähe keine Nesseln wachsen.

In Frankreich haben die Leute Glück, Nesselstiche gehen schnell wieder weg. Aber richtige Globetrotter können sicher von schlechten Erfahrungen mit exotischeren Pflanzen- und Insektenstichen berichten.

Und genauso, wie die Umwelt für unser Hinterteil eine Gefahr darstellen kann, können auch wir eine Gefahr für sie bedeuten. Achte darauf, keine Ameisenhaufen oder andere Baue auf deinem Weg zum „WC“ zu zertrampeln.

Trotz aller Vorsicht ist es trotzdem viel angenehmer, sein Geschäft im Wald zu erledigen, als eine saubere öffentliche Toilette in der Stadt zu suchen! Und ein informierter Wanderer weiß das zu schätzen 

MEHR INFORMATIONEN

Um dieses unerschöpfliche Gesprächsthema weiter zu vertiefen, empfehle ich dir den Leitfaden von Kathleen Meyer: „Wie man im Wald sch...“.
Ein ziemlich umfassendes Werk, indem sowohl Ernährungstipps, Techniken „ohne Toilettenpapier“ als auch besondere Fälle wie Trekkingtouren oder Menstruation behandelt werden.

WIR EMPFEHLEN DIR AUSSERDEM UNSERE WEITEREN TIPPS 

Tipps
Du wirst mit Sicherheit die Philosophie des „Leave no trace“ („hinterlasse keine Spuren“) befolgen, ohne es zu wissen. Im Mittelpunkt dieser Philosophie steht der Schutz der Natur und anderen Wanderer, um die Schönheiten unseres kostbaren Planeten nicht zu zerstören. In den USA und Kanada ist sie bereits weit verbreitet und findet nun zu unserer Freude auch in Frankreich mehr und mehr Zuspruch. Befolge die sieben goldenen Regeln und sei sicher, dass du ein verantwortungsbewusster Wanderer bist, der seine Umwelt schützt.
Tipps
Zu jeder Jahreszeit ist es sehr wichtig, Ihre Wanderung zu planen: sowohl Ihre Ausrüstung als auch Ihre Reiseroute. Auch wenn es sich um eine Tages- oder Halbtageswanderung handelt, ist eine gute Vorbereitung notwendig: Wetter, Routenwahl und Ausrüstung.
Tipps
Ein Zeckenbiss kann Krankheiten übertragen. Das ist auch der Grund, warum du dich vor Zecken schützen und die Symptome kennen solltest. Schließlich darf die Krankheit nicht gewinnen und chronisch werden.
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