Wie fährt man in der Gruppe? Welche Regeln sind zu beachten?

WIE FÄHRT MAN IN DER GRUPPE? WELCHE REGELN SIND ZU BEACHTEN?

Wenn man Profis beobachtet, mag das Fahren in der Gruppe einfach erscheinen. Um aber deine Sicherheit und die deiner Teamkollegen zu gewährleisten, musst du einige Regeln einhalten. Entdecke unsere Tipps. Sie erleichtern dir die Ausfahrten mit anderen Fahrern.

HIER EINIGE TIPPS, DIE DIR EIN BESSERES VERSTÄNDNIS DER ABLÄUFE ERMÖGLICHEN.

 

Mach dir keine Gedanken, wenn du es nicht gleich schaffst, mitten in der Gruppe zu fahren. Das muss man langsam lernen. Manchen gelingt es nie, ihre Angst zu überwinden. Einige Profifahrer fahren regelmäßig am Ende der Gruppe.

WELCHE VORTEILE HAT DAS FAHREN IN DER GRUPPE?

UNTERHALTUNG

Der wichtigste Vorteil beim Fahren in der Gruppe ist, dass du dich mit Menschen unterhalten kannst, die genauso leidenschaftlich gerne Rennrad fahren wie du. Das scheint kein wichtiges Argument zu sein, aber die Zeit vergeht viel schneller, wenn man sich unterhält, als wenn man allein mit seinem Lenker ist – denn der ist zugegebenermaßen nicht sehr gesprächig!

WINDSCHATTEN

Der zweite und gar nicht so geringe Vorteil besteht darin, dass man beim Fahren in der Gruppe den Windschatten nutzen kann. Die Fahrer vor dir schützen dich vor dem Gegenwind. 30 % der Energie spart man ein, wenn man am Hinterrad eines anderen Fahrers hängt. Das ist nicht zu verachten. Deshalb fährt es sich in der Gruppe weitaus schneller als allein. Ab 40 km/h verwendet ein Radfahrer selbst ohne ungünstigem Wind 80 % seiner Energie darauf, den aerodynamischen Widerstand zu überwinden. Du leistest in der Gruppe bei 40 km/h nicht mehr als allein bei 30 km/h.

Aber, um richtig im Windschatten zu fahren, musst du dich wenige Zentimeter hinter deinem Vordermann positionieren.

IST DAS FAHREN IN DER GRUPPE GEFÄHRLICH?

Sicherlich ist das Fahren in der Gruppe etwas gefährlicher als wenn man allein fährt. Aber wenn die Radsportler das Fahren in der Gruppe gewohnt sind, gibt es im Training in der Regel nicht mehr Stürze als sonst. Im Rennen sind Stürze dagegen häufiger. Sie gehören zu den „Berufsrisiken“ des Radrennsportlers.

Damit diese Art des Rennradfahrens keine Gefahr darstellt, müssen sich alle an bestimmte Regeln halten.

FOLGENDE REGELN SIND ZU BEACHTEN

GLEICHMÄSSIG FAHREN

An erster Stelle steht das gleichmäßige Fahren. Wenn du aufhörst, zu treten (vor allem bei Dellen) oder sogar plötzlich bremst, erschrickt dein Hintermann ordentlich und fährt im schlimmsten Fall auf dich auf.

 

ABSTAND HALTEN

Wenn du zu viel Abstand zum Vordermann hältst, profitierst du nicht von seinem Windschatten und musst bei jedem Beschleunigen eine Lücke zufahren. Auch deine Hintermänner müssen diese Lücke zufahren.

Genauso darf man nicht zu dicht auffahren. Idealerweise hält man einen Abstand von 30 cm und fährt 15 bis 20 cm seitlich versetzt zum Rad des Vordermanns. Wenn er bremst, fährst du mit deinem Vorderrad nicht in sein Hinterrad und du bist bereits richtig positioniert, um ein Ausweichmanöver einzuleiten.

 

WARNE DIE ANDEREN FAHRER VOR HINDERNISSEN

Wenn du vorne in der Gruppe fährst, darfst du nicht vergessen, dass die nachfolgenden Fahrer Hindernisse wie Steine, Löcher oder Äste nicht sehen. Daher warnen die vorderen Fahrer die anderen mit einem Handzeichen. Die nachfolgenden Fahrer müssen das Zeichen natürlich weitergeben, damit die Letzten in der Gruppe auch informiert sind.

In der Regel zeigt man an der Seite, auf der sich das Hindernis befindet, mit dem Finger auf den Boden. So zeigt z. B. der erste Fahrer, der ein Schlagloch rechts auf der Straße sieht, rechts mit der Hand auf den Boden. Alle, die folgen, wissen somit, dass dort eine Gefahr besteht und können sich leicht versetzt nach links auffächern.

Falls an der Seite ein Auto geparkt ist oder Fußgänger dort entlanggehen, musst du auch ein Handzeichen hinter deinem Rücken geben, um anzuzeigen, dass ausgeschert werden muss.

Natürlich kannst du auch mündlich auf die Gefahr hinweisen!

KEINE SCHLANGENLINIEN FAHREN
Fahrer, die gewohnt sind, in der Gruppe zu fahren, erkennt man daran, dass sie gerade fahren. Nichts ist unangenehmer als ein Fahrer, der ständig Schlangenlinie fährt und dich damit zum Stürzen bringen könnte.

Aber gerade fahren kannst du nur, wenn du absolutes Vertrauen in alle deine Vordermänner hast. Auch sie müssen gerade fahren und die anderen über Hindernisse informieren (siehe den vorhergehenden Tipp), damit du beruhigt sein kannst.

 

VORAUSSCHAUEND FAHREN
Genau wie beim Autofahren ist vorausschauendes Fahren der Schlüssel zu deiner Sicherheit. Du darfst dich nicht nur auf das Hinterrad des Fahrers konzentrieren, der vor dir fährt. Natürlich neigt man anfangs dazu, während der gesamten Ausfahrt nur auf dieses Stück Gummi zu achten. Aber mit der Zeit gelingt es dir, nicht mehr allein das Hinterrad zu fixieren, sondern die Landschaft zu genießen.

Auch die Ohren sind wichtig, um zu erfassen, was um dich herum geschieht. Bremsvorgänge hört man häufig noch, bevor man sie sieht. Daran solltest du denken!

 

NICHT NUR AN DICH DENKEN
Denke immer daran, dass jemand hinter dir fährt. Wenn du also zur Pipi-Pause, zum Schnäuzen oder aus anderen Gründen ausscheren willst, dann achte darauf, dass du die Teamkollegen hinter dir nicht störst.

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