Sieben Tipps gegen Höhenangst beim Wandern

SIEBEN TIPPS GEGEN HÖHENANGST BEIM WANDERN  

Hat dein Herz schon einmal wie verrückt geschlagen, während du eine Seilbrücke betreten hast oder an einer Felswand entlanggegangen bist und in die Tiefe geblickt hast? Wenn dir dieses Gefühl der Panik bekannt vorkommt, hast du Höhenangst. Hier nun sieben Tipps, um diese Angst zu bezwingen und entspannter zu wandern.

Achtung: Diese Ratschläge ersetzen nicht die Meinung eines Spezialisten für Angststörungen. Sollte dich die Höhenangst bei deinen Wanderungen zu sehr einschränken, empfehlen wir dir in jedem Fall den Besuch eines Arztes.

GUT ZU WISSEN: DIE UNTERSCHIEDE ZWISCHEN SCHWINDEL UND HÖHENANGST

Zunächst stellt sich die Frage: Um was geht es eigentlich genau? Geht es um Schwindel oder um Höhenangst?

Der Ausdruck „Schwindel“ wird ganz allgemein verwendet, obwohl es sich um ein physiologisches Phänomen handelt. Menschen, die an Schwindel leiden, lassen sich nämlich von den unterschiedlichen Signalen ihrer Augen und ihres Innenohres irritieren (zuständig für das Gleichgewicht). Ein einfaches Beispiel: Wenn du in einem Glaskasten stehst, der in der Luft hängt, vermitteln dir deine Augen, dass auch du in der Luft hängst. Deine Beine sagen dir hingegen, dass du sehr wohl Boden unter den Füßen hast.
Wenn du an Schwindel leidest, solltest du einen HNO-Arzt aufsuchen, um mögliche Verletzungen am Innenohr festzustellen.

Die Höhenangst hingegen ist eine wirkliche Phobie. Wie jede Phobie ist sie irrational und relativ heikel, aber es ist nicht unmöglich, sie zu bekämpfen. Hier nun unsere Tipps, damit deine Wanderungen nicht in einem Albtraum enden.

TAUSCHE DICH MIT ANDEREN WANDERERN AUS​​​​

Scheue dich nicht, von deinen Ängsten zu erzählen. Du wirst sehen: Es gibt mehr Menschen, die diese Angst teilen, als du denkst.

Niemand wird über dich urteilen. Durch die Angst bist du schließlich kein weniger guter Wanderer!
Vielleicht hast du sogar das Glück und triffst auf Menschen, die ihre Höhenangst überwunden haben. Sie können ihre Erfahrungen mit dir teilen und dich unterstützen. Ein guter Grund also, um mit anderen Wanderern ins Gespräch zu kommen!

HABE VERTRAUEN IN DICH UND DEINE AUSRÜSTUNG.

Es gibt kein schlechtes Werkzeug, dafür aber schlechte Arbeiter.
Du kannst dich jedoch auf einen kleinen Placebo-Effekt verlassen, den deine Ausrüstung bewirkt. Investiere in Schuhe, in denen du Halt findest, in robuste Wanderstöcke und einen Rucksack, der dich in deinen Bewegungen nicht einschränkt oder aus dem Gleichgewicht bringt. Ebne dir den Weg und lerne, wie du die Last in deinem Rucksack am besten verteilst und wie du den Rucksack richtig einstellst, um dich sicher zu fühlen und in der Lage zu sein, deiner Angst die Stirn zu bieten.

ABSCHÄTZEN UND RATIONALISIEREN

Versuche nach Möglichkeit festzustellen, was diese Angst auslöst. Sind es eher Hänge? Brücken?
Welche Situationen sind es konkret, in denen du weiche Knie bekommst?
Versuche, deine Angst auf einer Skala von 1 bis 10 einzustufen. So hast du die Möglichkeit, die Situation rational zu betrachten, dich etwas zu distanzieren und zu beruhigen.

Wenn deine Höhenangst nicht zu groß ist, frage dich in der jeweiligen Situation nach dem Risiko, das du wahrnimmst, und dem tatsächlich bestehenden Risiko.

So relativierst du deine Angst und bekommst sie in konkreten Situationen in den Griff.

DER ANGST SCHRITT FÜR SCHRITT DIE STIRN BIETEN

Bei der Bewältigung deiner Angst kannst du dich professionell begleiten lassen. Es gibt ganz spezielle Therapien gegen diese Art von Phobie.

Die bekannteste unter ihnen ist die kognitive Verhaltenstherapie. Das Prinzip ist einfach: Der Angst schrittweise die Stirn bieten, um die eigenen Gedanken wieder kontrollieren zu können und die Angst zu bewältigen.
Das bedeutet nicht, dass du direkt große Sprünge machen wirst. 

Nimm dir Zeit. Wie bei den meisten Phobien besteht die erste Therapiephase darin, an seine Höhenangst zu denken und zugleich zu entspannen.

WIEDER ATMEN KÖNNEN​​

Bei der Höhenangst spielt die Unsicherheit eine entscheidende Rolle. Es gibt sehr einfache und effiziente Atemtechniken, die für mehr Gelassenheit sorgen und dir helfen, diesen schwierigen Weg zu deinem Ziel zu meistern. 

Meditation, Sophrologie oder Atemtechniken aus dem Yoga, die unsere Yoga-Freunde von Domyos in ihren Artikeln hervorragend erklären, können dir helfen, Stresssituationen im Alltag und in fremden Gefilden gelassener anzugehen.

Achte während deiner Wanderung darauf, nicht zu hyperventilieren (also nicht zu schnell zu atmen). Atme langsam und tief in deinen Bauch ein.

NICHT NACH UNTEN SCHAUEN

Diesen Satz hast du bestimmt schon gehört: Schaue niemals nach unten. Andernfalls wird dich die Höhe „verschlingen“ und deine Angst nur noch verstärken.

Du bekommst auf deiner Wanderung plötzlich Höhenangst und kannst nicht umkehren? Konzentriere dich auf einen bestimmten Punkt in der Ferne. Vergiss nicht, deine Füße zu heben und instabile Untergründe zu testen, um jede Rutsch- oder Sturzgefahr ausschließen zu können.

HABE KEINE ANGST, DICH LÄCHERLICH ZU MACHEN

In ganz besonders gruseligen Situationen solltest du im Notfall einfach über deinen Schatten springen und auf allen vieren weiterkriechen. Ein vielleicht lächerlicher Moment ist weit weniger schlimm als eine böse Panikattacke mit anschließender Rutschpartie.

Du kannst dich an einer Wand oder an Ästen festhalten, wenn du sicher bist, dass sie halten werden. Halte dich nicht an deinem Mitwanderer fest. Dieser könnte das Gleichgewicht verlieren und dich beim Stürzen mitreißen!

Verwende in jedem Fall Wanderstöcke. So gewinnst du in steilerem Gelände an Sicherheit. In unserem Artikel erfährst du, wie du sie korrekt einstellst.

Welche Tipps hast du bei Höhenangst? Schreibe uns doch einen Kommentar!

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