MIT WIE VIEL JAHREN KÖNNEN KINDER MIT DEM HANDBALL ANFANGEN?

Gibt es eine Altersspanne für Handballspieler? Kann man den Sport sein ganzes Leben lang ausüben? Mit wie viel Jahren können Kinder mit dem Handball anfangen? Die Altersfrage ist für Eltern und auch für alle Erwachsenen, die diesen Sport ausüben wollen, ein wichtiges Thema.

Wer von euch hatte noch nie einen Handball in der Hand? Ob beim Schulsport oder einfach auf dem Schulhof: So ziemlich jeder und jede von uns hat schon mal in irgendeiner Weise Handball gespielt. In Frankreich ist Handball sogar die beliebteste Disziplin beim Schulsport und gehört dort zu den Elitesportarten.

HANDBALL
1

Handball: ein Sport für jedes Alter

Handball ist ein Sport, der sich großer Beliebtheit erfreut und schon für die Kleinsten geeignet ist. Auch nach oben gibt es keine Altersgrenze, sodass im Erwachsenenbereich auf dem Spielfeld nicht selten 18-Jährige auf erfahrene Spielerinnen und Spielern treffen, die ihren 50. Geburtstag lange hinter sich haben.

Im Jahr 2018 war Handball mit mehr als 750.000 angemeldeten Mitgliedern der zweitbeliebteste Teamsportart Deutschlands (Quelle: DOSB).

Mehr als die Hälfte von ihnen sind Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren. Doch der Sport ist für jeden etwas. Ob Junge oder Mädchen, Mann oder Frau: Sie alle finden sich mehrmals die Woche in der Halle wieder, um dieser tollen Sportart nachzugehen.

 

Vor allem in Frankreich erfreut sich die Sportart, die sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen einfach „phänomenal“ anzuschauen ist, durch die herausragenden Leistungen der beiden Nationalteams in den letzten Jahren enormer Beliebtheit. Erst im Dezember 2018 ist die französische Damen-Nationalmannschaft im eigenen Land Europameister geworden.

Dank der wachsenden Medienberichterstattung und vieler parallel vom Verband und den Vereinen durchgeführten Aktionen nimmt die Anzahl der aktiven Spielerinnen und Spieler in unserem Nachbarland stetig zu. Viele von ihnen sind Anfänger, die der Sportart aufgrund ihrer Härte ursprünglich skeptisch gegenüberstanden. Mittlerweile ist Handball in Frankreich sogar die angesehenste Sportart überhaupt und zieht dadurch immer mehr junge Menschen an.

 

Handball kann man schon ab drei Jahren spielen, und in Thekenmannschaften ist man auch mit 70 Lenzen noch gerne gesehen! Wie gesagt: Es gibt keine Altersbeschränkung, solange man noch Spaß hat und der Körper mitmacht.

Für diesen Sport wird weder viel Material noch eine komplexe Ausrüstung benötigt: Ein T-Shirt, Shorts, Hallenschuhe und ein Ball sind alles, was man braucht! Die Kleinsten beginnen mit sehr leichten, weichen Bällen in Größe 0. Danach geht es weiter mit 1, 2 und schließlich 3 (nur Männer). Wir gehen später noch ausführlicher auf die Größen ein.

 

Ein großer Vorteil beim Handball besteht darin, dass man den Sport an die Sportlerinnen und Sportler anpassen kann. Die Spieldauer, das Material, die Feldgröße, das Tor und auch die Regeln werden so an die Altersklasse angepasst, dass alle Spaß haben können.

So bestehen Seniorenspiele aus zwei halbstündigen Halbzeiten, während Kinder zwei Mal 20 und Jugendliche zwei Mal 25 Minuten spielen. Kommen wir nun zu den verschiedenen Altersklassen.

2

Handball für Kinder (3 bis 9 Jahre)

Wie bei vielen Sportarten wird auch beim Handball nach Altersklassen gegliedert. Angesichts der wachsenden Nachfrage gerade bei den Jüngsten wurden in Frankreich die Kategorien „Baby-Hand“ für Kinder von drei bis fünf Jahren und „Mini-Hand“ für die etwas Größeren zwischen sechs und neun Jahren eingeführt.

A. Baby-Hand – 3 bis 5 Jahre!

In der Kategorie Baby-Hand ist das Handballtraining eng mit dem Lernen und der motorischen Entwicklung der Kinder verknüpft. Dabei geht es darum, Körpergefühl und Koordination zu trainieren, das soziale Miteinander zu fördern und zu lernen, sich innerhalb einer Gruppe zu behaupten. Außerdem werden die Kinder mit grundlegenden Begriffen aus dem Sport wie Prellen und Passen vertraut gemacht.

Wie bei jeder Aktivität für kleine Kinder werden diese auch beim „Baby-Hand“ auf das Leben in der Gesellschaft vorbereitet, denn beim Teamsport arbeitet man miteinander, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen.

Zum Großteil widmen sich die Trainingseinheiten der motorischen Entwicklung der Kinder mit Übungen, die im Wesentlichen aus Gymnastik mit Ball bestehen.

Das sind übrigens auch die Gründe, weshalb der französische Handballverband den Vereinen dringend empfiehlt, Handball schon für die Kleinsten anzubieten und dabei Kontakt mit den Eltern zu pflegen. Vereine können sich auch begleiten und ausbilden lassen, um Kindern im Vorschulalter den Sport näherzubringen. Wenn das Training nach Verbandsvorgaben erfolgt und die Trainerinnen und Trainer regelmäßig an Fortbildungen teilnehmen, nehmen auch die Befürchtungen ab, die viele Eltern gegenüber der Sportart haben. Viele von ihnen stehen Kontaktsportarten skeptisch gegenüber, da sie sie mit Risikosport verwechseln. Daher kommt den Trainern eine wichtige Aufgabe zu: Sie müssen die Eltern über die tatsächlichen Ziele und Vorteile informieren. Dazu gehört auch, dass die Kinder lernen, keine Angst vor ihren Mitspielern oder vor dem Ball zu haben.

HANDBALL

B. Mini-Hand – 6 bis 9 Jahre!

Die Kategorie „Mini-Hand“ wurde 2003 in Frankreich eingeführt, um den körperlichen Anforderungen von Kindern im Grundschulalter gerecht zu werden, die mit dem Handball anfangen möchten. Da der Sport an sich nicht optimal auf diese Altersgruppe ausgerichtet ist, geht man beim „Mini-Hand“ besser auf die Kleinen ein, um ihn für eine größere Anzahl von Kindern attraktiv zu machen.

Oberstes Ziel ist dabei immer, auf die Entwicklung des Kindes einzugehen. Bei spielerischen Aktivitäten wie Laufen, Springen, Passen und Gruppenspielen setzen sie alle Muskeln des Körpers ein. Außerdem werden die Zusammenarbeit im Team und die Entscheidungsfindung trainiert.

Die Spielbedingungen sind in dieser Kategorie an das Alter der Spielerinnen und Spieler angepasst. Die Spielfläche ist kleiner, und auch die Tore haben eine andere Größe. So sollen die Chancen zwischen Werfern und Torhütern ausgeglichener gestaltet und ein übertriebener Konkurrenzkampf verhindert werden. Außerdem sind die Spiele in drei Drittel gegliedert, die maximal zehn Minuten dauern. Auch die Größe der Teams ist reduziert: Auf dem Spielfeld stehen nur vier Feldspieler(innen) und natürlich ein(e) Torhüter(in).

⇒ In dieser Altersklasse steht der Wettbewerb nicht im Vordergrund. Stattdessen handelt es sich um eine Freizeitaktivität, die die Kinder sowohl körperlich als auch mental fördert. Begegnungen finden in Form von Freundschaftsturnieren statt, bei denen mehrere Teams auf einen halben Tag verteilt in mehreren Partien gegeneinander antreten.

HANDBALL
Nummer

Handball für Jugendliche!

Jugendliche lieben Handball unter anderem, weil der Sport so temporeich ist. In der Halle trainieren sie ihre Beweglichkeit, Koordination und Spieltechnik.

„Mini-Hand“ richtet sich an Kinder und Jugendliche von neun bis 16 Jahren. Auch hier werden Spielzeiten und Sportgeräte an das Alter der Spielerinnen und Spieler angepasst. Neben der Altersklasse werden die Meisterschaften nach Region und Bundesland eingeteilt.

In Deutschland gibt es sechs Altersgruppen für Kinder und Jugendliche:

     – F-Jugend (bis 8 Jahre)

     – E-Jugend (8 bis 10 Jahre)

In diesen beiden Altersklassen sind in der Regel auch gemischte Mannschaften mit Jungen und Mädchen zugelassen.

     – D-Jugend (10 bis 12 Jahre)

     – C-Jugend (12 bis 14 Jahre)

     – B-Jugend (14 bis 16 Jahre)     – A-Jugend (16 bis 18 Jahre)

Ab der D-Jugend (manchmal auch erst ab der C-Jugend) sind gemischte Teams aufgrund der zu großen körperlichen Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen nicht mehr erlaubt, was unter anderem Sicherheitsgründe hat.

Auch Jugendmannschaften spielen in verschiedenen Ligen. Seit einigen Jahren gibt es sogar eine männliche und eine weibliche A-Jugend-Bundesliga, die unterschiedlich organisiert sind. Durch das Ligasystem ist eine Aufteilung nach Leistungsniveau möglich. Auf diese Weise können auch Anfängerinnen und Anfänger zum Zuge kommen. Sie werden nicht gleich entmutigt, sondern können sich auf ihrem jeweiligen Niveau weiterentwickeln.

Mit dem Alter der Spielerinnen und Spieler verändert sich auch die Größe des Spielgeräts.

Jungen spielen bis zu einem Alter von 12 Jahren mit einem Ball der Größe 1 (für die Kleinen gibt es auch die Größe 0 sowie die inoffizielle Größe 00). Bis sie 16 sind, lautet die Ballgröße bei Jungen 2, und ab der A-Jugend spielen junge und ältere Männer mit einem Ball der Größe 3.

Mädchen beginnen ebenfalls mit der Größe 0 bzw. 00. Von 8 bis 14 Jahren spielen sie mit der Ballgröße 1 und anschließend bis ins Erwachsenenalter mit der Größe 2.

Damit die Spiele flüssiger laufen und die Taktik variiert wird, sind die Regeln im Jugendbereich ebenfalls angepasst. So wird bis zur D-Jugend oft gefordert, während eines Spiels zwei verschiedene Abwehrformationen einzusetzen oder mindestens ein Mal den Torhüter bzw. die Torhüterin zu wechseln. Auf diese Weise können die Kinder verschiedene Deckungsarten und Positionen ausprobieren und lernen außerdem, sich an die Spielweise der gegnerischen Teams anzupassen.

Die Regeln werden von den verschiedenen regionalen Verbänden vor Saisonbeginn festgelegt und bestätigt. Sie sind stets auf das Wohl der Kinder ausgerichtet, um für Sicherheit und Spaß am Spiel zu sorgen.

Innerhalb der Regionen werden regelmäßig Sichtungen organisiert, um Nachwuchstalente zu finden. Diese Spielerinnen und Spieler vertreten ihren Verband in Auswahlteams bei nationalen Wettbewerben. Ziel dieser Sichtungen ist es, junge Menschen in die Welt des Handballs einzuführen und ihnen die Möglichkeit zu geben, ihren Schulalltag so zu organisieren, dass sie sich ihrer Leidenschaft widmen können. Die Besten von ihnen können auf eine Karriere in der Bundesliga hoffen…

Das Wichtigste, was man aus dieser Kontaktsportart lernen kann, sind jedoch Fairplay und Teamwork. Handball ist schließlich vor allem ein Sport, bei dem Menschen zusammenkommen und gemeinsam Spaß haben. Vielen lernen dabei, sich in einer Gruppe zu behaupten, Verantwortung zu übernehmen und sich persönlich weiterzuentwickeln.

HANDBALL
4

Handball für Erwachsene

Jungen dürfen nach Vollendung des 18. Lebensjahres und Mädchen nach Vollendung des 16. Lebensjahres im Seniorenbereich spielen. Anders als der Name vermuten lässt, umfasst diese Altersklasse das gesamte Erwachsenenalter.

Meisterschaften werden auch hier in verschiedenen Ligen ausgetragen (z. B. Kreis-, Verbands- oder Oberliga) und sind nach Frauen und Männern getrennt.

In dieser Altersklasse gelten die klassischen Handballregeln sowohl für Männer als auch für Frauen. Die einzigen Unterschiede sind die Größe des Spielballs und der von männlichen Torhütern getragene Tiefschutz.

Handball kann man übrigens in jedem Alter lernen. Auch wenn du nicht schon von Kindesbeinen an in der Halle standest: Es ist nie zu spät, zum Handball zu greifen! Viele Erwachsene haben großen Spaß daran, ihre Handball-Grundkenntnisse aus dem Schulsport aufzufrischen und zu erweitern. Wichtig ist nur, ein Team zu finden, das zu dir passt. Wenn du nicht unbedingt der Wettkampftyp bist, findest du in vielen Vereinen auch „Thekenmannschaften“. Auf Spaßebene gibt es übrigens auch im Seniorenbereich Mixed-Teams.

In diesen Teams sind der Erfahrungsaustausch und das generationsübergreifende Miteinander sehr bereichernd. Während die Jüngeren vom Können und Wissen der erfahreneren Spielerinnen und Spieler profitieren, bringen sie eine Begeisterung und Dynamik mit, durch die sich auch die Älteren wieder jung fühlen. Diese Art des generationsübergreifenden Miteinanders gibt es leider nicht in jeder Sportart, und sie gehört zu den Gründen, weshalb Handball eine der Lieblingssportarten der Deutschen ist und bleibt.

Wie du siehst, besteht kein Zweifel: Handball ist für jeden etwas, denn der Sport verbindet Spaß mit körperlicher Aktivität und kann in jedem Alter gespielt werden.

 

Hélène

Hélène

30 Jahre alt, Transport & Custom Manager

Seit zehn Jahren leidenschaftliche Handballerin und Trainerin eines weiblichen A-Jugend-Teams.

„Handball ist ein Teil von mir. Bei dieser Sportart werden Werte wie gegenseitiger Respekt, Teamgeist und Kampfgeist vermittelt, die mir sehr wichtig sind.“

WEITERE INTERESSANTE TIPPS

Tipps
handball_beach
Der Sommer steht vor der Tür, und du hast nur noch eins im Kopf? Dann trommel dein Team zusammen, und stürmt gemeinsam die Strände oder Beachanlagen. Atorka hat extra für euch das passende Beachhandballtor entwickelt.
SEITENANFANG