ENTDECKE DAS KLETTERN

Möchtest du gerne Klettern lernen, weißt aber nicht, wo du anfangen sollst? Dank der Entwicklung von Kletterhallen und fortschrittlicher Ausrüstung kannst du mittlerweile gefahrlos in diesen Sport einsteigen. 

Klettern ist eine umfassende Sportart, die sich in sehr unterschiedlichen Umgebungen auf verschiedenste Weise betreiben lässt. Aufgrund der Eröffnung immer neuer Kletterhallen hat sich dieser gleichermaßen spielerische und anspruchsvolle Sport in den letzten Jahren stark weiterentwickelt. 

 

 

WAS IST KLETTERN?

Das Klettern hat seinen Ursprung in den Anfängen des Bergsteigens während der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. In diesem goldenen Zeitalter der Abenteurer machten sich nicht nur die ersten Mutigen auf den Weg zu den höchsten Gipfeln, sondern der französische Fabrikant Simond stellte auch die ersten Eispickel her. 

Bergsteigerclubs schossen wie Pilze aus dem Boden und die ersten Kletterer trainierten an den Felsen von Fontainebleau in Frankreich, im Lake District in England oder in der Nähe von Dresden in Deutschland. Doch nicht nur in diesen Ländern, sondern auch in Italien und in den USA wurde immer mehr geklettert.
Darüber hinaus errichtete man die ersten künstlichen Kletterwände, das Material wurde besser und die Routen schwieriger. Während der 1980er Jahre begeisterten sich immer mehr Menschen für das Klettern, das nun auch vermehrt bei Frauen Anklang fand. Weitere Kletterhallen wurden eingerichtet und auch die Schwierigkeitsstufen erreichten ein höheres Niveau.

Beim Wettkampfklettern gibt es drei Disziplinen: Lead, Bouldern und Speed. Im Jahr 2020 in Tokio wird Sportklettern erstmals auch bei den Olympischen Spielen vertreten sein. 

Ursprünglich wurde das Klettern im Freien betrieben. Heute wird jedoch hauptsächlich in Hallen geklettert, wobei künstliche Kletterwände die Ausübung dieser Sportart deutlich vereinfacht haben. Dies gilt natürlich vor allem für städtische Gebiete.

Dabei konzentriert sich das Angebot immer mehr aufs Bouldern, also auf das Klettern an Wänden mit einer Höhe von unter 4,50 m, bei dem keine Sicherung erforderlich ist und das man somit auch allein betreiben kann. Direkt daneben findet sich in vielen Kletterhallen zusätzlich oft auch eine deutlich höhere Wand, die einem natürlichen Felsen nachempfunden ist und für die man die „klassische“ Ausrüstung benötigt, darunter Klettergurt, Seile und Sicherungssystem. 

Einige neuere Kletterhallen bieten darüber hinaus Bereiche an, wo Einsteiger und Kinder das Klettern an vertikalen Anlagen spielerisch kennenlernen können. Doch natürlich lässt sich weiterhin genauso gut in natürlicher Umgebung klettern. Auch hier gibt es mehrere unterschiedliche Disziplinen:

- Beim Bouldern an Felswänden ist keine spezielle Sicherungsausrüstung erforderlich.

- Für das Klettern am Felsen mit einer Seillänge gibt es verschiedene Schwierigkeitsstufen von Kletterrouten für Einsteiger bis hin zu extrem schwierigen Routen. 

- Bei Mehrseillängenrouten muss man spezielle Klettertechniken beherrschen.

 

KLETTERARTEN

Was sind die Unterschiedlichen Kletterarten?
Bouldern an Felswänden
Bouldern an Felswänden (oder in der Halle)

Bouldern bezeichnet das Klettern auf Absprunghöhe (meist bis 4-5 m). Hierfür benötigst du nur Kletterschuhe und bequeme (elastische) Kleidung. Als Sicherung wird meist nur ein Sicherungspartner und eine Matte (Crashpad) benutzt. Bouldern erfordert eine kurze und intensive Kraftanstrengung. 

Klettern-am-fels-vorstieg
Klettern am Fels oder in der Halle

Meist sind Standpunkte und Sicherungspunkte bereits vorhanden und geklebt. In der Halle wird an Holzplatten mit fest montierten Griffen und Kletterhaken geklettert. Die Höhe variiert zwischen 6 und 20 Metern. 

Mehrseiltouren Klettern
Mehrseilroutenlängen

Mehrseillängenrouten können zwischen einigen hundert Metern bis zu teilweise mehr als tausend Metern lang sein. 

EQUIPMENT

Welche Ausrüstung braucht man für welche Kletterart?
Chalkbag Bouldern
Bouldern

Für das Bouldern brauchst du bequeme und elastische Kleidung für mehr Bewegungsfreiheit und Kletterschuhe. Alles andere sind Accessoires, die dir das Bouldern erleichtern. Dazu zählen eine Umhängetasche oder einen Rucksack für deine Ausrüstung, abriebfeste Klettershorts oder eine robuste und elastische Kletterhose sowie ein Crashpad um das Abspringen und Stürze abzufedern. Ein großes Chalkbag und eine Bürste um zwischen deinen Versuchen deine Hände zu kalken und Griffe zu säubern. 

Sicherungsgeräte für das Klettern
Klettern am Fels oder in der Halle

Für das Klettern am Fels oder in der Halle benötigst du einen Klettergurt um dich anzuseilen und im Falle eines Sturzes gesichert zu sein. Ein Sicherungsgerät (und Abseilgerät) brauchst du um dich zu sichern. Außerdem benötigst du ein Kletterseil mit einer Länge von 25-80 Metern samt Seilsack (zum Schutz und Transport deines Kletterseils). Ein Chalkbag ist ein nettes Accessoire, dass dir beim Klettern hilft, wenn du mal Halt brauchst oder nasse Hände hast. Express-Sets benötigst du nur, wenn du im Vorstieg kletterst. 

Mehrseillängenrouten
Mehrseilroutenlängen

Für Mehrseillängenrouten benötigst du zusätzlich einen Kletterhelm um dich vor Steinschlag und anderen herunterfallenden Objekten zu schützen. Für den Materialtransport benötigst du einen Kletterrucksack. Außerdem benötigst du zwei Seilstränge mit einer Länge von 50 - 60 Metern zum Sichern und Abseilen. 

DIE SCHWEIRIGKEITSGRADE BEIM KLETTERN

Beim Kletten geht es darum, eine bestimmte Route bis an deren Ende zurückzulegen, sei es an einer künstlichen Kletterwand oder an einem Felsen.

Die Routen sind nach Schwierigkeitsstufen eingeteilt, deren Notierung sich von Land zu Land unterscheidet. In Deutschland erfolgen die Bezeichnungen anhand einer Ziffer (3, 4, 5 usw.). In Manchen Ländern werden noch Buchstaben angehängt.
Je höher die Ziffer, desto schwieriger die Route. Gleiches gilt für die Buchstaben: 6a ist schwieriger als 5c, was wiederum etwas schwieriger ist als 5b. Diese Notierung kann durch Plus- und Minuszeichen weiter präzisiert werden. Beispielsweise ist 6a+ etwas schwieriger als 6a und etwas leichter als 6b. Das echte Klettern am Fels beginnt bei Schwierigkeitsstufe 3 und endet bislang bei 9b.

Bei Wettkämpfen haben alle Disziplinen (Lead, Bouldern, Speed) ihre eigenen Regeln. In Deutschland werden offizielle Kletterwettkämpfe unter dem Dach des Deutschen Alpenvereins (DAV) durchgeführt. 

 

Vorteile des Klettern

WELCHE VORZÜGE BIETET DAS KLETTERN?

Klettern ist ein kompletter Sport, bei dem man körperliche Eigenschaften, wie Gleichgewicht, Gelenkigkeit und Kraft, aber auch geistige Fähigkeiten, wie Konzentration, Über-sich-selbst-Hinauswachsen und Hartnäckigkeit trainieren kann.

Darüber hinaus spielen Verantwortung und Vertrauen zwischen Kletterer und Sicherungsperson eine wichtige Rolle.

 

 

 

IST KLETTERN EIN SPORT FÜR DICH?

Mit dem Klettern kann bereits in sehr jungen Jahren begonnen werden. Einige Kletterclubs nehmen Kinder ab vier Jahren auf.

Außerdem finden sich auch in vielen Schulen eigens installierte Kletterwände, sodass dieser Sport auch hier regelmäßig betrieben werden kann.

DIE BENÖTIGTE AUSRÜSTUNG ZUM KLETTERN

Die zum Klettern benötigte Ausrüstung hängt von der betriebenen Disziplin ab. Zum Bouldern in der Halle können schon ein Paar Kletterschuhe ausreichen. Um jedoch eine nicht präparierte Mehrseillängenroute zu erklimmen, ist umfangreiche Ausrüstung erforderlich. 

Die folgenden Produkte stellen die Grundausstattung eines Einsteigers beim Kletterin in der Halle dar.

Kletterschuh Rock
KLETTERSCHUHE

Vielleicht hast du schon einmal versucht, mit herkömmlichen Turnschuhen zu klettern. Dies bereitet jedoch einige Schwierigkeiten, da sich die Schuhe verformen und außerdem von den Griffen abrutschen. Spezielle Kletterschuhe hingegen sind darauf ausgelegt, besonders viel Halt und Präzision zu bieten. Diese beiden Eigenschaften sind unabdingbar, um beim Klettern Fortschritte zu machen.

Klettergurt der Marke Simond
KLETTERGURT

Auch wenn die Wahl des Klettergurts nicht ganz so entscheidend ist wie die der Schuhe, solltest du dennoch auch hier einige Sorgfalt walten lassen. Immerhin muss dich der Klettergurt vor dem Herunterfallen bewahren, wenn du von der Wand abrutscht oder einfach nur eine Pause einlegst. Hierbei ist zudem der Komfort von Bedeutung, sodass du unbedingt auf die richtige Größe achten solltest.

Sicherungsgerät der Marke Simond
SICHERUNGSGERÄT

HMS (Halbmastwurf Sicherung)
Natürlich kannst du dich nur mit einem Karabiner per HMS sichern. Diese Sicherungstechnik sollte zu deinem Kletterrepertoire gehören. 

Grundlegend wird jedoch die Benutzung eines Sicherungsgeräts empfohlen. Hierbei kannst du Tubes oder Halbautomaten verwenden.

Sichern mit Tubes (Bsp. Tucan der Marke Simond)
Das Sichern eines Nachsteigers ist damit leider kaum möglich. Die Bedienung ist hingegen sehr einfach, das Handling gut und auch ein falsch eingelegtes Kletterseil führt kaum zum Funktionsverlust. Sie eignen sich für Einfach-, Halb- und Zwillingsseile.

Halbautomaten
Während der Sicherer das Seil bei gängigen Sicherungsgeräten krampfhaft festhalten muss, kann er bei Halbautomaten das Seil lockerer halten, sobald es blockiert ist. Auch nach dem Sturz ist das Seil, dank automatischem Blockieren, komfortabel zu halten.Ein Nachteil ist, dass diese Sicherungsgeräte eher schwer sind und falsch bedient werden können. Auch beim Einlegen des Kletterseils muss hierbei auf die Richtigkeit geachtet werden, da es zum Funktionsverlust kommen kann. 

HIER ERFÄHRST DU MEHR, RUND UM DAS THEMA KLETTERN

Tipps
Welches Kletterseil ist das richtige
Einfach- oder Halbseil? Mit welchem Durchmesser? Mit welcher Länge? Ein Seilkauf muss wohlüberlegt sein. Wie soll man sich da zurechtfinden?
Tipps
Kletterschuhe gibt es in vielen verschiedenen Ausführungen, zum Beispiel mit oder ohne Vorspannung, gerade oder asymmetrisch. Doch wie findest du ein für dich persönlich passendes Modell?
Tipps
Diagramm des Easy3 Simond Klettergurts von Decathlon
Der Klettergurt ist ein wichtiger Teil deiner Ausrüstung. Er ist das wichtigste Bindeglied zwischen deinem Körper, dem Seil, dem Expressset und dem Felsen ...
Tipps
Warum Kletterer Kalk nutzen?
Warum Kalk nutzen? Kletterer verwenden Kalk auf Magnesiumcarbonatbasis, um Feuchtigkeit und Schweiß an den Händen und somit die Ausrutschgefahr zu minimieren. Dieses Trockenmittel kann die Reibung erhöhen und die Haftung an Hallengriffen und -felsen verbessern, insbesondere bei wärmeren Temperaturen. Welche Kalk nutze ich? Es gibt eine Vielzahl an verfügbaren Kalkn.Standardmäßig handelt es sich dabei um lose Pulverkreise, die für guten Halt an Hallengriffen und -felsen sorgt. Sie bedeckt die Hände gut und leicht und man kann die Menge immer wieder nach Bedarf anpassen. Der Nachteil loser Kalk ist, dass beim Auftragen ein wenig Kalk verschwendet wird.Um dieser Verschwendung vorzubeugen, sollte dein Kalkbeutel immer nur zu einem Drittel befüllt sein. Diese Kalk ist auch als Block erhältlich, der zerkleinert und als lose Kalk verwendet werden kann. Diese Blöcke sind in der Regel günstiger als lose Kalk. Eine gute Alternative zu loser Kreise sind Kalkbälle. Das sind versiegelte, mit Kalk gefüllte Mesh-Beutel.Diese sind erhältlich in hoher oder niedriger Diffusion und durch das Anfassen erreichst du einen genaueren und gleichmäßigeren Belag bei weniger Abfall als mit losem Kalk.The downside to chalk balls is they may be harder to re-chalk mid climb, one handed, particularly on long routes. Die Lösung ist, losen Kalk zu deinem Kalkball zu geben und die Vorteile beider Möglichkeiten zu kombinieren. Die dritte Option ist flüssiges Kalk. Dies gibt es sowohl auf Basis von Alkohol als auch ohne.Beim Auftragen gründlich verteilen und trocknen lassen. Dieser Kalk bleibt länger auf der Haut und sorgt für weniger Verschwendung, Staub und Schmutz.Er kann mit wenig zusätzlichem Pulverkalk verwendet werden, falls es Bedarf für zusätzlichen Grip gibt.Der Nachteil des Auftragens mit Hilfe einer Flasche ist, dass es einhändig beim Klettern schwer ist und der Alkohol die Hände austrocknen könnte. Wenn du Kalk benutzen möchtest, solltest du auch immer eine weiche Bürste bei dir haben.Dadurch hinterlässt du keine unnötigen Kalkrückstände auf den Griffen in der Kletterhalle und vor allem nicht am Fels beim Klettern im Freien.Du solltest den Fels immer so sauber wie möglich hinterlassen, indem du Rückstände wegbürstest.
Tipps
Entdecke das Klettern für dich
Du möchtest wissen, ob Klettern die richtige Sportart ist und was es für unterschiedliche Kletterarten gibt? Dann lies hier mal rein.
SEITENANFANG