EIN TRÄGES PFERD REITEN

Du hast das Gefühl, dein Pferd hat heute Morgen vergessen, seinen Orangensaft zu trinken? Bevor du Knallfrösche in der Reithalle zündest oder einen Freund bittest, plötzlich aus einem Busch neben dem Reitplatz hervorzuspringen, kannst du es mit folgenden Tipps probieren.

Ein paar zündende Lösungen - ganz ohne Feuerwerk -, wenn du ein Pferd besitzt oder reitest, das manchmal (oder auch häufig) „faul“ ist!

TIPP Nr.1: GUTE GEWOHNHEITEN ENTWICKELN

Achte stets auf die ersten fünf Minuten, wenn du mit dem Warmreiten beginnst. Verlange gleich am Anfang einen aktiven Schritt und reite dann in allen drei Gangarten mit häufigen Übergängen. Dein Pferd muss stets aufmerksam und für deine Hilfen empfänglich sein. Mehrere Minuten der Inaktivität genügen, damit dein Pferd einschläft. Selbst bei Pausen soll dein Pferd einen raumgreifenden Schritt gehen und in der Lage sein, sofort auf deine Hilfen zu reagieren. Sei gleich zu Beginn der Reitstunde energisch, damit das Pferd gar nicht erst in Lethargie verfällt.

TIPP Nr. 2: HÄUFIGE ÜBERGÄNGE REITEN

Beginne mit Übergängen vom Schritt zum Halt und umgekehrt und wiederhole diese häufig. Reite diese Übergänge so lange, bis das Pferd auf den leisesten Schenkeldruck sofort reagiert. Reite die Gangarten in verschiedenen Tempi. Verlängere den Schritt, indem du deine Finger öffnest und die Bewegung mit deinem Becken begleitest. Verkürze anschließend den Schritt wieder, indem du deine Finger schließt, aber die Aktivität und das Untertreten aufrecht erhältst, indem du deine Schenkel anlegst. Reite abwechselnd verlängerten und verkürzten Schritt. Führe diese Übung so lange durch, bis das Pferd saubere Tempowechsel geht.

Wenn die Übung im Schritt gut klappt, kannst du im Trab fortfahren.

Überprüfe anschließend die Reaktivität deines Pferdes, indem du die letzten beiden Übungen miteinander kombinierst. So kannst du beispielsweise folgenden Gangart- und Tempowechsel reiten: Halt, starken Schritt, Mitteltrab, versammelten Schritt, starken Trab. Dein Pferd muss sich jederzeit aufmerksam zeigen. Sobald es unmittelbar auf deine Hilfen reagiert, kannst du die Übungen schwieriger gestalten.

TIPP Nr. 3: ENERGISCH SEIN UND SICH DURCHSETZEN

Frag die Übergänge in immer kürzeren Abständen ab und reite dann aus dem Halt im Trab an und pariere vom Trab zum Halt durch. Wenn dein Pferd nicht auf deine Hilfen reagiert, gib nicht nach. Gib die Hilfen so lange, bis das Pferd nachgibt. Vergiss nicht, dein Pferd ausgiebig zu loben, wenn es die verschiedenen Übungen erfolgreich absolviert hat.

Wenn dein Pferd schon weiter ausgebildet ist, kannst du auch Übergänge vom Schritt in den Galopp und schließlich vom Halt in den Galopp reiten. Als „Überraschung“ für das Pferd kannst du es auch einige Schritte rückwärts richten. Dadurch wird es noch aufmerksamer auf deine Hilfen.

Wechsle zwischen einfachen (Schritt-Trab) und schwierigeren (Schritt-Galopp) Übergängen ab, um die Reaktivität deines Pferdes zu überprüfen.

TIPP Nr. 4: DAS PFERD AN DIE HILFEN GEWÖHNEN

Es ist wichtig darauf zu achten, dass dein Pferd dich stets gut versteht. Nimm deshalb stets eine ruhige Haltung ein und führe verschiedene „Codes“ ein. So setzt du dich beispielsweise beim versammelten Trab tief in den Sattel, legst die Schenkel an und schließt die Finger um die Zügel. Einen starken Trab reitest du im Leichttrab mit geöffneten Fingern und treibst mit den Schenkeln. Mit präzisen Hilfen, die du ihm gibst, kann das Pferd das Verlangte einfacher verbinden und es fällt ihm leichter, dich zu verstehen.

TIPP Nr. 5: DIE 7-SCHRITTE-ÜBUNG

Die 7-Schritte-Übung gibt dem Pferd noch einmal einen echten Energieschub. Bring das Pferd zum Stehen, reite im Schritt an und lass es sieben Schritte gehen. Trabe an und lass es sieben Trabtritte gehen. Galoppiere an und lass es sieben Galoppsprünge gehen. Pariere es zum Trab durch und lass es wieder sieben Trabtritte gehen, pariere es anschließend zum Schritt und schließlich zum Halt durch. Wiederhole die Übung. Hierbei musst du reaktiv und vorausschauend sein.

Wenn die Übung gut klappt, kannst du sie etwas variieren, indem du das Pferd zwischendurch einige Schritte rückwärts richtest, weniger als sieben Schritte/Tritte/Sprünge reitest usw. Lass deiner Fantasie dabei ruhig freien Lauf! Du wirst dabei richtig mit deinem Pferd zusammenwachsen.

TIPP Nr. 6: „WENIG VERLANGEN, VIEL LOBEN, IMMER WIEDER VON NEUEM ANFANGEN“

Wenn dein Pferd dazu neigt, bei der Bahnarbeit regelmäßig einzuschlafen, arbeite es lieber „kurz und knackig“ und belohne es, beispielsweise mit einem kurzen Ausritt. Damit sich das Pferd nicht langweilt, gestalte dein wöchentliches Reitprogramm reichhaltig und abwechslungsreich!

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