DIE WAHL MEINER RICHTIGEN LAUFDISTANZ

Wie finde ich heraus, welche Disziplinen sich für mich am besten eignen? Worauf soll ich mich konzentrieren? Welche Strecke passt zu meinen körperlichen Voraussetzungen? So viele Fragen, die Laufsportler immer wieder beschäftigen. Philippe Propage gibt hier Antworten.

DIE KÖRPERLICHE LEISTUNGSFÄHIGKEIT KENNEN

Wie überall sind auch beim Laufsport nicht alle Sportler gleich. Du kennst sicher Läufer, die einen Marathon in der gleichen Geschwindigkeit zurücklegen wie einen Halbmarathon, oder sogar die 10-Kilometer-Strecke. Andere liefern erstaunliche Ergebnisse über kurze Distanzen (z. B. 10 km), sind aber nicht in der Lage, einen Marathon zu Ende zu laufen. Wer hätte das gedacht ...

Wir sind bereits von Geburt an genetisch auf Kurzzeit- oder Ausdauerbelastung programmiert. Einfach gesagt gibt es in unseren Muskeln langsame und schnelle Fasern; deren prozentuale Verteilung unterscheidet sich von Mensch zu Mensch. Verfügst du zum Beispiel über einen hohen Anteil an langsamen Muskelfasern (70 %, das heißt 30 % schnelle Fasern), bringst du beste Voraussetzungen für Ausdauerdisziplinen mit. Befolgst du einen speziellen Trainingsplan für Langstreckenläufe – Halbmarathon, Marathon, Trail Running etc. – werden zusätzlich schnelle Muskelfasern in langsame umgewandelt. Auf diese Weise verbesserst du deine Chancen auf beste Ergebnisse über lange Strecken. Möchtest du dich hingegen auf kürzere Distanzen konzentrieren – 3,5 oder 10 km – und trainierst entsprechend, erhöht sich zwar die Zahl deiner schnellen Fasern, aber was die Natur dir nicht gegeben hat, wirst du nie vollständig ersetzen können. Das heißt, letztendlich bleibst du hinter dem zurück, was du leisten könntest ...

Außerdem darfst du nicht vergessen, dass sich das natürliche Gleichgewicht deiner Muskelfasern wieder herstellt, sobald du aufhörst zu trainieren. Wenn du wissen willst, wie dich die Natur ausgestattet hat, reicht ein wenig körperliche Übung: schnell merkst du, zu welchem Typ du gehörst, und wobei du dich am wohlsten fühlst.

DIE DISTANZ AUF DAS ALTER ABSTIMMEN

Ein weiterer wichtiger Faktor bei der Suche nach der richtigen Distanz ist ... dein Alter! Hat man einmal die vierzig erreicht, kann leider nicht mehr jeder alle Strecken trainieren.

Auch wenn es uns schwerfällt das zuzugeben: in diesem Alter lässt unsere eigene Geschwindigkeit bereits merklich nach (auch wenn dieser Vorgang bereits mit zwanzig begonnen hat ...). Es gibt gute Gründe, warum sich mit zunehmendem Alter längere Strecken wie Halbmarathon, Marathon oder Trail besser eignen: unsere Ausdauer bleibt unverändert oder verbessert sich sogar!

MANN ODER FRAU: WORIN BESTEHT DER UNTERSCHIED?

Hängt die Wahl der Lieblingsdistanz vom Geschlecht ab?

Frauen sind nachweislich über längere Distanzen leistungsfähiger als Männer und entscheiden sich deshalb eher für Langstreckensport. Dies kann man auch im Hochleistungssport beobachten, wo sich die Leistung der Frauen kaum noch von der der Männer unterscheidet. Es kann bei Wettkämpfen sogar passieren, dass eine Frau zwischen Männern auf dem Siegerpodest steht! Warum ist das so? Sicherlich hängt das mit der höheren Schmerztoleranz von Frauen und ihrer besonderen mentalen Stärke zusammen. Wer daran zweifelt, sollte einmal einen Wettlauf beobachten und die Mann/Frau-Quote der Abbrecher berechnen ...

 

VERGNÜGEN FINDEN AM LAUFEN

Laufen soll immer Spaß machen. Am besten trainierst du solche Disziplinen, bei denen du dich am besten fühlst!

Wenn für dich nicht nur das Ergebnis zählt, kann vielleicht schon der Spaß am Laufen den genetischen Nachteil in deinen Muskeln mehr als aufwiegen. Sprint, Mittelstrecke, 10 km, Halbmarathon, Long Trail ... stell dich selber auf die Probe, gib allen Disziplinen eine Chance und entscheide dich für deine Lieblingsdistanz. Darin wirst du dann auch Meister(in) werden!

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