ALLES ÜBER DIE VERSCHIEDENEN WÜRFE BEIM HANDBALL

Wie du weißt, ist Handball ein sehr vielseitiger Sport. Ein perfektes Beispiel hierfür sind die zahlreichen Wurfvarianten. Ist deine Trainingstasche gepackt? Schon bevor du diesen Artikel zu Ende gelesen hast, wird es dich in den Fingern jucken, dir einen Ball zu schnappen und deine Wurftechnik zu perfektionieren.

Sag nicht, wir hätten dich nicht gewarnt!

Was hältst du von einem kleinen Rätsel zum Warmwerden?

Was glaubst du, wie schnell der härteste Wurf war, der je beim Handball registriert wurde?

Da Geduld ebenso wie Ausdauer entscheidende Qualitäten für Torschützen sind, findest du die Antwort am Ende dieses Artikels. :-)

HANDBALL

Was ist ein Wurf?

Als Wurf oder, konkreter, Torwurf bezeichnet man das Werfen des Balls in Richtung Tor, um ein solches zu erzielen. Ein Wurf kann platziert sein (wenn der Ball aufs Tor geht), oder auch nicht (wenn er am Pfosten oder an der Latte vorbeifliegt). Ist ein Wurf erfolgreich, wird er zum Tor.

Vor dem Wurf darf ein Spieler den Ball prellen und/oder drei Schritte machen. Die Möglichkeiten beim Werfen sind unendlich, und es gibt eigentlich nur eine Einschränkung: Man darf nicht versuchen, den Torhüter oder einen anderen Spieler zu verletzen, indem man beispielsweise absichtlich auf das Gesicht zielt.

Die häufigsten Wurftechniken sind der Schlagwurf und der Sprungwurf.

Doch beim Handball spielt Kreativität eine große Rolle, und das zeigt sich auch an den zahlreichen Wurfvarianten. Da diese allesamt sehr anspruchsvoll sind, heißt es fleißig üben, bis sie sitzen! In diesem Artikel befassen wir uns nur mit einem Teil der Wurftechniken. Wenn du noch andere Varianten kennst, kannst du diese gerne unten in den Kommentaren nennen.

Am besten beginnt ihr mit den Würfen, die im Handball-Regelwerk festgelegt sind und nach technischen Fehlern oder Fouls der Gegner erfolgen (zum Beispiel Abwehr im Kreis).

 

Freiwurf

Bei Regelwidrigkeiten wie leichten Fouls und technischen Fehlern erhält das gegnerische Team einen Freiwurf an der entsprechenden Stelle. Fand das Vergehen näher als neun Meter vorm gegnerischen Tor statt, wird ein Freiwurf an der gestrichelten 9-Meter-Linie ausgeführt. Normalerweise gibt der Schiedsrichter einen Freiwurf, wenn ein Abwehrspieler einen Angreifer foult. Während der Ausführung müssen alle Spieler des angreifenden Teams außerhalb des 9-Meter-Raumes stehen. Die Abwehrspieler wiederum müssen mindestens 3 Meter Abstand zum Werfer halten. Beim Freiwurf kann der Ball entweder direkt aufs Tor geworfen oder zu einem Mitspieler gepasst werden, um das Spiel fortzusetzen.

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Strafwurf!

Wird meistens kurz und knapp Siebenmeter genannt.

Dieser Wurf wird gegeben, wenn ein Abwehrspieler ein Foul begeht, durch das eine klare Torgelegenheit verhindert wird oder das die Gesundheit eines Gegenspielers gefährdet. Wie die Situation ausgelegt wird, liegt dabei im Ermessen des Schiedsrichters. Es gibt aber auch Ausnahmen wie Abwehr im Kreis, bei denen kein Spielraum besteht. Bei der Ausführung des Siebenmeters muss mindestens ein Fuß des Werfers den Boden berühren. Die 7-Meter-Linie darf nicht berührt oder überschritten werden. Der Strafwurf wird von Schiedsrichter mit einem Pfiff eingeleitet, woraufhin der Werfer drei Sekunden Zeit für die Ausführung hat. Bis dahin dürfen die anderen Spieler den Neun-Meter-Raum nicht betreten.

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Heber!

Bei einem Heber versucht man, den Ball mit einer relativ steilen Flugkurve über den Kopf des Torwarts hinweg aufs Tor zu werfen. Er bietet sich an, wenn der Torwart aus dem Tor kommt, beispielsweise bei Gegenstößen, Würfen von den Außenpositionen oder Siebenmetern. Auch beim Passen kann eine solche „Bogenlampe“ geworfen werden, um den Ball über einen Gegenspieler hinweg zu einem Mitspieler zu passen.

Dreher

Wird in Österreich auch als Wuzzler bezeichnet.

Bei diesem Wurf springt der Spieler in den Kreis und versetzt dem Ball beim Werfen so einen Drall, dass er nach dem Aufsetzen auf dem Boden die seitliche Flugrichtung ändert und am Torwart vorbei ins Tor springt. Dieser technisch anspruchsvolle Wurf erfordert viel Übung und Geschick.

Leger

Echt lässig:

Beim Leger setzt der Spieler mit Kraft zum Sprungwurf an, ändert jedoch im letzten Moment die Flugbahn und legt den Ball gefühlvoll über den Kopf des Torwarts ins Netz.

Kempa

Ein spektakulärer Trick, der nach dem deutschen Handballspieler und mehrfachen deutschen Meister Bernhard Kempa (1920–2017) benannt wurde. Auch für diesen Wurf gibt es in Österreich einen speziellen Namen: Dort nennt man ihn „Flieger“. Beim Kempa nimmt der Werfer den Ball in der Luft an und wirft ihn direkt aufs Tor, bevor er wieder auf dem Boden landet. Der spektakuläre Trick erfordert akrobatische Fähigkeiten und perfektes Timing. Beim Beachhandball spielt er eine ganz besondere Rolle, da er hier im Erfolgsfall die doppelte Punktzahl einbringt. Es gibt wohl keinen Handballer, der noch nie einen Kempa versucht hat. Das Ergebnis lässt anfangs vielleicht zu wünschen übrig, aber das Geheimnis lautet: dranbleiben und üben, üben, üben. Am Ende wird es sich auszahlen!

Hüftwurf (Unterarmwurf)

Wird auch als Schlenzer bezeichnet. Der Hüftwurf wird normalerweise als Stemmwurf ausgeführt, ist aber auch im Sprung möglich. Dabei wird der Ball „aus der Hüfte“ geworfen, um ihn auf Hüfthöhe am Gegenspieler vorbeizuziehen. Oft wird er eingesetzt, um den Gegenspieler zu überraschen, der mit einem klassischen Wurf auf Schulterhöhe rechnet. Auch der Torhüter wird von Schlenzern häufig überrascht, zumal der Ball aus seiner Position meist schlecht zu sehen ist.

Darauf einen Schnaps

Jeder vom Torwart parierte Wurf ist ebenso entscheidend für den Sieg eines Teams wie ein von Feldspielern erzieltes Tor. Beim Handball sind Torhüter genauso wichtig wie Feldspieler. Aber was hat das Ganze mit Schnaps zu tun?

Wir sprechen hier nicht von der berühmten dritten Halbzeit. Stattdessen geht es um eine Torwartaktion, die im Französischen einen speziellen Namen hat: Pastis.

Der typisch französische Anisschnaps ist nämlich Namensgeber für Paraden, bei denen der Torwart den Ball mit beiden Händen fängt. Eine echte Heldentat – vor allem, wenn man bedenkt, dass die Bälle in den höchsten Klassen Geschwindigkeiten bis 130 km/h erreichen. Laut der Europäischen Handballföderation (EHF) ist Melvyn Richardson, Sohn des ehemaligen französischen Nationalspielers Jackson Richardson, mit einer Wurfgeschwindigkeit von 133 km/h aktueller Rekordhalter.

Nachdem du alle diese Beschreibungen gelesen hast, erkläre ich dich hiermit offiziell zum Experten bzw. zur Expertin für Handball-Würfe.

Da sich die Qualität des Spielballs entscheidend auf deine Torquote auswirkt, empfehle ich dir außerdem den folgenden Artikel, der dir bei der Wahl des idealen Handballs für deine Anforderungen hilft.

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Mein bester Freund, der Ball

Der Handball H900 besticht vor allem durch seinen optimalen Grip. Außerdem entspricht er den Vorschriften der Internationalen Handballföderation (IHF) und ist darüber hinaus handgenäht. Nicht schlecht, oder?

Laurène

Laurène

Von Natur aus neugierig und leidenschaftlich, habe ich keine Sekunde gezögert, mich in das verrückte Abenteuer Handball zu stürzen, als ich den Sport bei den Olympischen Sommerspielen 2004 zum ersten Mal sah. Ob auf dem Bildschirm, auf dem Feld oder auch nur beim darüber Reden: Handball macht mir einfach Spaß!

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