Der perfekte Zeckenschutz beim Wandern?

DER PERFEKTE ZECKENSCHUTZ BEIM WANDERN?

Von der Lyme-Borreliose, die von Zecken übertragen wird, sind zumeist Wanderer, andere Naturliebhaber und ihre Vierbeiner betroffen. Gegen diese zumeist harmlose Krankheit helfen Antibiotika und es kommt nur selten zu schlimmen Erkrankungen. Letzteres ist aber auch der Grund, warum du dich vor Zeckenbissen schützen und die Symptome kennen solltest. Schließlich darf die Krankheit nicht gewinnen und chronisch werden.

FLORIANE, WANDERBEGLEITERIN FÜR TOUREN IM MITTELGEBIRGE UND MITARBEITERIN BEI QUECHUA WIRD DIR TIPPS FÜR DEN RICHTIGEN SCHUTZ GEBEN. DIE FOLGENDEN HINWEISE GELTEN NICHT NUR FÜR DICH, SONDERN AUCH FÜR DEINEN HUND, DEIN PFERD ODER DEINE KATZE.

WAS IST DIE LYME-BORRELIOSE?

Die Lyme-Borreliose oder Lyme-Krankheit wird durch Zeckenbisse übertragen. Erstmals wurde die Krankheit in der kleinen US-amerikanischen Stadt Old Lyme erkannt. Daher rührt auch ihr Name. Lyme-Borreliose ist in über 80 Ländern vertreten. In Frankreich wird die Krankheit am häufigsten vom Gemeinen Holzbock übertragen: Ixodes ricinus lebt in feuchten Waldgebieten.

Auslöser sind Bakterien, die sogenannten Borrelien. Die Krankheit kann in jedem Entwicklungsstadium der Zecke übertragen werden – als Larve, Nymphe und weibliche Zecke im Erwachsenenstadium. Die gute Nachricht: Die Krankheit ist nicht ansteckend und kann bei frühzeitiger Behandlung vollständig geheilt werden.

Eine Lyme-Borreliose, die nicht behandelt wird, kann einige Wochen oder Monate nach dem Zeckenbiss zu Erkrankungen der Haut, Gelenke oder des Nervensystems und selten auch zu Herzproblemen führen. Wir möchten aber betonen, dass solche schwerwiegenden Erkrankungen nicht oft auftreten.

Denke daran, dich ausreichend zu schützen … Beobachte etwaige Zeckenbisse und suche im Zweifelsfall deinen Arzt auf. 

GEFÄHRLICHE SITUATIONEN ERKENNEN

Zecken leben in feuchten Waldgebieten. Sie bevorzugen hohes Gras, in dem sie verharren und darauf warten, von dir oder deinem Hund abgestreift zu werden. Zu Übertragungen der Krankheit kommt es in erster Linie zwischen April und November.

Zecken gibt es in ganz Frankreich.
In Frankreich tragen im Allgemeinen 5 bis 20 % der Zecken den Krankheitserreger. In Amerika können in bestimmten Regionen 100 % der Zecken infiziert sein. Es gibt nur wenige Zahlen zu dieser Krankheit, die zudem mit Vorbehalt zur Kenntnis genommen werden sollten. Man muss die Einschränkungen der Studien und die Zahl der erfassten Fälle berücksichtigen, die nur eine sehr vage Aussage über die tatsächliche Anzahl der Zeckenbisse zulassen. In den letzten Jahren ist die Zahl der Erkrankungen generell leicht gestiegen, wobei 2014 ein Rückgang verzeichnet werden konnte. Weitere Informationen erhältst du auf der Website der öffentlichen Einrichtung Santé publique France.
In einigen französischen Regionen wie dem Elsass, Lothringen, dem Limousin, der Auvergne und Rhône-Alpes-Region kommen besonders viele Zecken vor. Da es sich bei der Zecke um einen Parasiten handelt, der sich vom Blut zahlreicher Wirbeltiere ernährt, und sich die Lyme-Borreliose laut Informationen mehr und mehr ausbreitet, gibt es einige Karten über die Verteilung der Zeckenpopulationen oder über Fälle von Zeckenbissen. Die Konzentration infizierter Zecken kann jedoch von Region zu Region und zum Teil auch von Wald zu Wald unterschiedlich sein. 

Für Bergbegeisterte gibt es aber gute Nachrichten: In über 1500 Höhenmetern sind Zecken nicht vertreten!

RICHTIG REAGIEREN NACH EINEM ZECKENBISS

Obwohl die Prävention natürlich noch immer der beste Schutz vor Zecken ist, sollen dir die nachstehenden Tipps von Floriane zeigen, wie du nach einem Stich richtig reagierst. Wenn du während der Wanderung oder nach deiner Rückkehr eine Zecke entdeckt hast, solltest du sie schnellstmöglich und korrekt entfernen! Borrelien werden erst 24 bis 48 Stunden nach einem Zeckenstich übertragen. Aber Vorsicht! Das Risiko steigt, wenn die Zecke unter Stress gesetzt wird. Daher solltest du sie in keinem Fall mit Desinfektionssprays oder anderen aggressiven Produkten belästigen. Du darfst sie aber auch nicht quetschen, da die Zecke sonst gefährliche Körperflüssigkeiten freigeben könnte.

Für die Entfernung von Zecken gibt es zwei unterschiedliche Methoden:

• Verwende einen Zeckenhaken, den du in jeder Apotheke oder Drogerie bekommst. Seine Form erinnert an ein kleines Stecheisen. Nachdem du die Zecke mit dem Haken möglichst hautnah fixiert hast, drehst du den Zeckenhaken ein paar Mal und die Zecke löst sich.

• Wenn du keinen Zeckenhaken hast, kannst du auch eine Pinzette verwenden. Nimm den Kopf der Zecke möglichst hautnah zwischen die Pinzette und achte darauf, dass du den Hinterleib nicht quetschst, da sonst gefährliche Körperflüssigkeiten freigegeben werden könnten. Die Pinzette nicht drehen. Entferne die Zecke, indem du senkrecht zur Haut ziehst.

• Die Einstichstelle muss immer gut desinfiziert werden, nachdem die Zecke entfernt wurde.

ANZEICHEN EINER INFEKTION ERKENNEN

Sollte sich bis 30 Tage nach dem Zeckenbiss eine kreisförmige Rötung um die Einstichstelle herum ausbreiten, die an eine Zielscheibe erinnert, musst du in jedem Fall einen Allgemeinmediziner aufsuchen.
Dieser wird dir ein Antibiotikum verschreiben.

Eine Behandlung mit Antibiotika sollte aber nicht systematisch erfolgen: Dein Arzt muss den Stich beurteilen und entscheiden, welche Behandlung geeignet ist.

 

TIPPS VON FLORIANE, WANDERBEGLEITERIN FÜR TOUREN IM MITTELGEBIRGE

Passende Kleidung tragen.

Zecken verstecken sich am häufigsten auf Waldböden, niedrig hängenden Ästen und im Gras (also manchmal auch in Gärten). Der Wanderer sollte also in erster Linie seine Beine schützen. Die Kleidung:

• eine lange Hose anstelle von Shorts; es gibt Wanderhosen mit abtrennbaren Hosenbeinen. So kannst du im offenen Gelände in Shorts unterwegs sein und in hohem Gras oder Wäldern die Hosenbeine mit dem Reißverschluss ganz einfach wieder anzippen.

• ein Hemd mit langen Ärmeln anstelle eines T-Shirts.

• einen Hut; die empfindliche Kopfhaut, Waden und die Innenseite der Ellbogen sind bei Zecken nämlich ganz besonders beliebt.

Tipp: Wenn du helle Kleidung trägst, siehst du mögliche Zecken besser und kannst sie nach der Wanderung oder bei einer Rast ganz leicht abpflücken.

Wenn du vorhast, im Wald oder auf einer Lichtung eine Pause einzulegen, kannst du eine Picknickdecke unterlegen.

Mein Tipp: Idealerweise solltest du sogar die Hosenbeine in deine Schuhe stecken, damit sich kein Parasit unter deine Hose verirren kann. Okay, das sieht nicht unbedingt schön aus, aber es ist äußerst effizient.

 

Einen Insektenschutz verwenden.

Um optimal geschützt zu sein, kannst du auch ein Mücken- und Zeckenspray verwenden, das du auf die Haut bzw. auf deine Kleidung aufträgst. Achtung! Einige Produkte sind nicht für Kleinkinder geeignet. Dein Erste-Hilfe-Set sollte immer auch einen Zeckenhaken enthalten.

 

Nach dem Wandern sichergehen.

Nach der Wanderung solltest du in jedem Fall prüfen, ob du gebissen worden bist.
Dazu musst du sämtliche Körperstellen auf Zecken kontrollieren … vom Kopf bis zu den Füßen. Wenn dich eine Zecke gestochen hat, ist es wie oben beschrieben am sichersten, wenn du sie mit einem Zeckenhaken entfernst und die Einstichstelle reinigst. Solltest du Zweifel haben, wende dich in jedem Fall an deinen Arzt.

Jetzt bist du gewappnet für jede Wanderung!

Hier findest du die richtige Ausrüstung:

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